Zwei Männer mit kurzen Haaren, die identische schwarze Sporttrikots mit weißen Details tragen, stehen Seite an Seite mit verschränkten Armen, blicken nach vorne und lächeln vor einem schlichten, hellen Hintergrund – ein selbstbewusstes Duo, das den Geist des Nachwuchsleistungssports verkörpert.

Aufstieg in den Elite-Anschlusskader des DHB

Ein besonderer Moment für den Handball-Verband Brandenburg und ein starkes Zeichen für die Entwicklung im Schiedsrichterwesen: Robert und Lukas Müller wurden vom Deutschen Handballbund für die Saison 2026/27 in den Elite-Anschlusskader berufen.

Damit gehören die beiden künftig zu einem von nur fünf Gespannen in diesem Kaderbereich. Der Elite-Anschlusskader ist das direkte Sprungbrett in den Elitekader des Deutschen Handballbundes. Er führt Schiedsrichterteams gezielt an Einsätze in der 1. Bundesliga und an mögliche internationale Aufgaben heran. Der DHB hat den Aufstieg von Lukas und Robert Müller gemeinsam mit Marvin Völkening und Jonas Zollitsch offiziell bekannt gegeben. DHB-Schiedsrichterwartin Jutta Ehrmann bezeichnete den Schritt als große Herausforderung und machte zugleich deutlich, dass man den aufgestiegenen Teams zutraut, sich langfristig im Elitekader zu etablieren.

Für Robert und Lukas ist dieser Schritt nicht nur eine persönliche Auszeichnung, sondern auch das Ergebnis eines langen Weges, der von Fleiß, Rückschlägen, Zusammenhalt und großer Leidenschaft für das Schiedsrichterwesen geprägt ist.

Als ich 2017 beim Verbandstag meine Ziele als Schiedsrichterwart vorgestellt habe, war eines davon klar formuliert: Bis 2030 soll ein Gespann aus Brandenburg im Elitekader des Deutschen Handballbundes stehen. Mit dem Aufstieg von Robert und Lukas in den Elite-Anschlusskader ist dieses Ziel nun greifbarer denn je.

Dabei war dieser Weg alles andere als selbstverständlich. Robert und Lukas pfeifen seit 2013 gemeinsam. Damals sind sie noch durch ihre ersten Regeltests gefallen. Was andere vielleicht entmutigt hätte, wurde für beide zum Antrieb. Sie haben nie den Respekt vor der Aufgabe verloren, nie ihr Ziel aus den Augen gelassen und sich Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Auch Rückschläge gehörten dazu. Trotz ihres Aufstiegs in höhere Kader mussten sie zwischenzeitlich auch den Abstieg in die 3. Liga verkraften. Doch genau daran zeigt sich, was dieses Gespann auszeichnet: Sie sind drangeblieben. Sie haben weitergearbeitet, weitergelernt und sich wieder nach vorn gekämpft. Heute stehen sie wieder dort, wo sie hingehören: ganz vorn.

Dass dieser Aufstieg nicht aus dem Nichts kommt, zeigt auch der Blick auf die vergangenen Jahre. Robert und Lukas wurden bereits in früheren Jahren im DHB-Nachwuchsbereich geführt und schafften später den Sprung in den Bundesligakader. Dort sammelten sie wertvolle Erfahrungen in anspruchsvollen Spielen der 2. Handball-Bundesliga der Männer sowie in den Bundesligen der Frauen.

Ein besonderes Zeichen des Vertrauens war ihre Ansetzung am letzten Spieltag der Saison 2025/26 in der 2. Handball-Bundesliga. Beim direkten Duell um die Zweitligameisterschaft zwischen dem HBW Balingen-Weilstetten und der SG BBM Bietigheim leiteten Lukas und Robert Müller eine Partie mit höchster sportlicher Bedeutung. Solche Ansetzungen sind kein Zufall. Sie sind Ausdruck von Leistung, Verlässlichkeit und Vertrauen.

Mich macht dieser Aufstieg unheimlich stolz. Nicht nur, weil Robert und Lukas sportlich diesen nächsten großen Schritt geschafft haben, sondern weil ihr Weg auch zeigt, welche Qualität, Beharrlichkeit und Überzeugung im Schiedsrichterwesen des Handball-Verbandes Brandenburg steckt.

Robert und Lukas sind dabei nicht nur auf dem Spielfeld Vorbilder. Sie sind auch ein wichtiger Teil unserer Arbeit im Schiedsrichter-Ausschuss. Seit 2021 engagieren sie sich im Handball-Verband Brandenburg in der Aus- und Fortbildung der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Sie bringen ihre Erfahrungen aus dem DHB-Bereich in unsere Lehrarbeit ein, unterstützen bei Lehrgängen, arbeiten mit Videoszenen, begleiten Fortbildungen und geben ihr Wissen an die Basis weiter.

Auch offiziell sind beide im Schiedsrichter-Lehrstab des HV Brandenburg eingebunden. Robert und Lukas stehen damit nicht nur für Leistung an der Spitze, sondern auch für Verantwortung gegenüber der Basis. Genau diese Verbindung macht ihren Weg so wertvoll.

Man merkt in unseren Lehrgängen deutlich, welchen Einfluss diese Arbeit hat. Die Qualität, die Tiefe der Analysen und auch der Blick auf Spielleitung, Kommunikation und Persönlichkeit haben sich spürbar weiterentwickelt. Robert und Lukas haben daran ihren Anteil.

Dieser Erfolg ist deshalb mehr als eine Kadernominierung. Er ist ein starkes Signal für Brandenburg. Er zeigt, dass langfristige Förderung, Geduld, klare Ziele und ehrliche Arbeit Früchte tragen können. Er zeigt aber auch, dass Rückschläge nicht das Ende eines Weges sein müssen, sondern Teil der Entwicklung sein können.

Der Aufstieg in den Elite-Anschlusskader ist ein großer Schritt. Gleichzeitig ist er hoffentlich noch nicht das Ende dieses Weges. Das Ziel bleibt: ein Brandenburger Gespann im Elitekader des DHB.

Robert und Lukas haben gezeigt, dass dieser Weg möglich ist.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem starken Erfolg. Wir sind stolz auf euch.

VP-Schiedsrichterwesen
Maik Beifuß

Bildquelle: DHB

1280 853 Handball-Verband Brandenburg